Balance zwischen Freiheit und Struktur
Nina ist ursprünglich Freizeitpädagogin und bezeichnet sich selbst als „Vielbastlerin“. Sie entschied sich für Holz und Metall als Schwerpunkt, betont jedoch, dass die Pädagogik stets im Zentrum steht. Mit der Erfahrung lernte sie, Struktur mit Kreativität zu verbinden: klare Ziele und Techniken, aber immer Raum für eigene Ausdrucksformen. So üben die Schülerinnen und Schüler, Projekte zu planen, Material auszuwählen, umzusetzen und zu bewerten – eine Arbeitsweise, die Geduld und Problemlösungskompetenz stärkt.
Sie erzählt von Herausforderungen: große Schülergruppen an manchen Schulen, nachlassende Feinmotorik, wenn der Alltag von Bildschirmen geprägt ist, und die Schwierigkeit, Mathematik „in den Werkunterricht zu verlagern“, wenn plötzlich Millimeter statt Zentimeterlineale zählen. Gleichzeitig sind es genau hier, wo sie ihre stärksten Momente erlebt – wenn ein Kind in der zweiten Klasse spontan eine Schritt-für-Schritt-Zeichnung anfertigt, wenn Neuntklässler ein anspruchsvolles Projekt vorantreiben, das sie sich gemeinsam mithilfe von Videoclips erarbeiten, wenn jemand einen Melkschemel ganz ohne Elektrowerkzeuge baut oder wenn Kinder im Flur an ihr vorbeirennen und mit glänzenden Augen rufen: „Morgen haben wir Werken!“